Wenn der Kiefer mit Titan verwächst
Gemeinschaftspraxis Dr. Petersen informiert über Implantate/ 120 Interessierte in Bremen-Nord
22.09.2007 | Quelle: WestkurierDa staunte Dr. Klaus Petersen: Der Hagener Zahnarzt war in die Vegesacker "Strandlust" gekommen, um über Implantate zu informieren und möglichen Vorbehalten den Zahn zu ziehen. Dass gleich 120 Interessierte erscheinen würden, um ihm und seinem Sohn Dr. Benjamin Petersen zu diesem Thema auf den Zahn zu fühlen, damit hatte wohl selbst der Experte nicht gerechnet.
Von unserem Mitarbeiter Mario Assmann
HAGEN-BREMEN-NORD
Dass die Nachfrage nach Zahnimplantaten groß ist, belegen auch die Zahlen, von denen Dr. Klaus Petersen berichtete.
Wurden noch Anfang der 90er Jahre wenige tausend Implantationen vorgenommen, waren es allein im vergangenen Jahr mehrere 100.000.
Gründe für einen derartigen Eingriff gibt es verschiedene: Zähne können durch Karies, Entzündungen oder Unfälle verloren gehen.
Die Notwendigkeit eines Zahnersatzes hängt also nur bedingt mit dem Alter zusammen.
In der Gemeinschaftspraxis von Dr. Klaus Petersen, Master of Science Implantologie, und Dr. Benjamin Petersen, Master of Science
Oralchirurgie, werden jährlich rund 500 Implantate gesetzt. Dabei fügen die Ärzte in der Regel eine wurzelförmige Titan-Schraube
in den Kiefer ein, lassen Knochen und Implantat drei bis sechs Monate fest verwachsen, um dann die Zahnkrone anzubringen.
Eine Implantatversorgung kann aber nicht nur für den Einzelzahn geleistet werden, sondern auch für den gesamten Ober- und
Unterkiefer.
Aus der Sicht Dr. Klaus Petersen haben Implantate gegenüber dem klassischen Zahnersatz wie Brücken den Vorteil, dass die Nachbarzähne
unbeeinträchtigt bleiben. Und gegenüber herkömmlichen Prothesen bilde sich der Kieferknochen bei Zahnimplantaten deutlich weniger
zurück: Weil der klassische Ersatz den Kiefer nicht genügend belaste, "ist der Knochen beleidigt und zieht sich zurück",
wie Dr. Petersen Senior sagte. Er räumte allerdings ein, dass die Implantat-Methode "anatomischen Grenzen" mit Blick auf den Kieferknochen,
Hohlräume und Nerven hat.
Dr. Klaus Petersen zeigte während des Vortrags auch Röntgenaufnahmen und Fotos aus seiner Praxis. Trotz der teils eindringlichen
Aufnahmen verließ kein Besucher die Veranstaltung, selbst wenn dass schlechte Gewissen wegen des überfälligen Zahnarztbesuchs
geplagt haben mag: Zu groß war das Interesse, was sich auch darin ausdrückte, dass die Fragerunde ausgiebig in Anspruch genommen wurde.