Zahnersatz
- gut überlegt
Ausgabe 05-2006 | Quelle: Bergisch ExklusivBeim Thema Zahnersatz gehen die Meinungen häufig auseinander. Während einige noch die altbewährte, herkömmliche Versorgung mit Brücken oder Kronen bevorzugen, greifen immer mehr Patienten zum Implantat.

Ohne Frage ist eine Prothese nicht sonderlich schön, aber ein Implantat ist nicht zwangsläufig die bessere Alternative. Es gibt Vor- und Nachteile der einzelnen Zahnersatzmöglichkeiten, die Sie gemäß einem Interview mit dem Bensberger Zahnarzt Dr. Michael Dambowy hier zusammengefasst finden.
Erst einmal sollte entschieden werden, ob der höhere Aufwand für ein Implantat notwendig ist. Das heißt, sind die Nachbarzähne eventuell ebenfalls kariös, ist ein Implantat nicht zwingend notwendig. Hier kann problemlos eine Brücke gesetzt und damit der Geldbeutel geschont werden. Besteht hingegen die Gefahr, dass gesunde Nachbarzähne abgeschliffen werden müssen, um der Brücke den Halt zu ermöglichen, sollten Sie über ein Implantat nachdenken. Denn: "Grundsätzlich sollte die Zerstörung gesunder Zahnsubstanz vermieden werden", so Dr. Michael Dambowy, Zahnarzt und Master of Science Implantologe in Bensberg.
Gerade bei jungen Menschen, deren Zahnverlust z.B. durch einen Unfall verursacht wurde, ist es sinnvoll, ein Implantat zu setzen, das dann die Funktion der Zahnwurzel übernimmt. Weiterhin gibt es Gründe für ein Implantat, wenn eine Brücke gar nicht möglich ist, weil Nachbarzähne evtl. nicht (mehr) existieren. Auch hier kann - dank Implantat - eine geschlossene Zahnreihe hergestellt und der Verformung des Kiefers vorgebeugt werden.
Die Entscheidung für ein Implantat hat kauffunktionale, aber auch ästhetische Gründe: Ein Lächeln ist die Visitenkarte eines Menschen, schöne Zähne sind wichtig für die Psyche und für das gesellschaftliche Ansehen. Doch immerhin gibt es zwischenzeitig viele Zusatz-Krankenversicherungen, die anteilig auch Kosten für Zahnersatz, also sogar Implantate, übernehmen.
Wer sparen möchte, hat auch die Möglichkeit, günstigeren Zahnersatz (Brücken und Kronen) in einem ausländischen Labor herstellen zu lassen, während das Einsetzen hier stattfindet. Fände auch die Behandlung im Ausland statt, könnte es im Falle von Reklamationen oder auch bei notwendigen Nachbehandlungen zu Schwierigkeiten kommen. Wer sich für ein Implantat entscheidet, sollte auch bedenken: Es handelt sich um einen chirurgischen Eingriff - und diese Belastung sollte der Körper des Patienten problemlos aushalten. Es gibt medizinische Indikationen, die unter gewissen Umständen gegen Implantate sprechen, zum Beispiel Herz- und Kreislauferkrankungen, Osteoporose und Diabetes.
Voraussetzungen für ein Implantat ist zudem eine optimale Wundheilung. Der Kiefer muss bereits ausgewachsen sein (weshalb ein Implantat für Kinder nicht geeignet ist!), aber es muss auch genug Knochen für das Setzen des Implantates vorhanden sein - ansonsten muss Knochensubstanz erst mühsam aufgebaut werden. Und das ist mit Sicherheit eine aufwändige Prozedur. Außerdem müssen eventuelle Zahnfleischerkrankungen auskuriert sein.
Dr. Michael Dambowy, zu dessen Praxisschwerpunkten auch Bleaching und ästhetische Zahnheilkunde wie Veneers gehören: "Ein Implantat ist sinnvoll, wenn der Patient Wert auf seine Zähne legt und entsprechende Pflegemaßnahmen durchführt. Immerhin gibt es bei uns Master-of-Science-Implantologen 5 Jahre Garantie auf das Implantat, und die kann natürlich nur dann gewährleistet werden, wenn der Patient zweimal pro Jahr zur Prophylaxe kommt und regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung vornehmen lässt."
Bevor Sie sich für oder gegen ein Implantat entscheiden, sollten Sie neben den Kosten also auch alle weiteren (u. a. die gesundheitlichen) Aspekte berücksichtigen. Wichtig ist es in jedem Fall, zu einem Spezialisten zu gehen.
Text: Miriam von Chamier